Wie arbeiten wir?
Wir bemühen uns, der individuellen Situation der jungen Frau und ihrer Familie gerecht zu werden.

Gemeinsam mit der Betroffenen, den Eltern und den zuständigen Behörden werden Fragestellungen erarbeitet und die Form der Zusammenarbeit festgelegt. Es ist dabei möglich, die einzelnen Angebote der Beobachtungsstation nach Bedarf zu kombinieren.


Mögliche Abklärungsverläufe

Beispiel 1
  • Die Jugendliche A. geht zunächst nur in die interne Schule, wohnt weiterhin zuhause.
  • Sie wird durch die Psychologin begleitet; die Eltern nehmen an einer Elterngruppe teil.
  • Nach einer Krise zuhause vorübergehender Eintritt ins stationäre Programm, zusätzlich intensive Begleitung der Eltern.
  • Umschulung in eine öffentliche Schule.
  • Zeitversetzt Rückkehr nach Hause, weiterhin Einzel- und Familiengespräche im Heimgarten, bis die Situation stabil ist.

Beispiel 2

  • Start der Abklärung im stationären Programm.
  • Intensive Berufsfindung innerhalb der internen Schule.
  • Aufgleisen einer Einzeltherapie ausserhalb der Beobachtungsstation.
  • Begleitetes Probewohnen zuhause.
  • Trennung der Eltern, Entscheidung für sozialpädagogisch betreute WG als Anschlusslösung, Suche nach geeignetem Platz
  • Lehrstellensuche.
  • Begleitung des Übertritts in die neue WG.
  • Unterstützung der Eltern im Umgang mit der veränderten Situation, Vermitteln von Beratungsstellen.

Bei der Abklärung beziehen wir immer die Gesamtsituation in unsere Fragestellungen mit ein, nach Möglichkeit arbeiten wir aktiv mit dem Umfeld, den wichtigen Bezugspersonen, zusammen.

Dort wo es nötig und gewünscht ist, bieten wir intensive Unterstützung an. Es ist uns aber grundsätzlich ein Anliegen, die Eigenverantwortung zu fördern und auf die Kompetenzen der Jugendlichen und ihrer Familie aufzubauen.

Ein Hauptaugenmerk legen wir in unserer Arbeit auf das Aktivieren von bestehenden Beziehungen und Möglichkeiten, die Förderung der Beziehungsfähigkeit und das Entdecken neuer Möglichkeiten um das soziale Netz auszubauen.

Es scheint uns zentral wichtig, vor Schwierigkeiten und Defiziten nicht die Augen zu verschliessen oder sie zu «bagatellisieren». Gleichzeitig machen wir die Erfahrung, dass die Fragen: «Was hilft?, was nützt?, was braucht es, um positive Entwicklung zu ermöglichen?» Für die Zusammenarbeit, das Klären, Sortieren und Verändern sehr hilfreich sind.

Wir erfüllen den Abklärungsauftrag in einem interdisziplinären Team. Jeder Bereich hat eigene Fragestellungen und Zuständigkeiten. Neben den bereichsspezifischen Themen werden gemeinsame Hypothesen erarbeitet, sich ergänzende Strategien festgelegt und möglichst aufeinander abgestimmt gearbeitet.

Wir legen grosses Gewicht auf eine gleichberechtigte Zusammenarbeit. Die Vielzahl der möglichen Betrachtungsweisen erlauben uns eine differenzierte und ergiebige Einschätzung der Situation.

Nach aussen streben wir eine bestmögliche Vernetzung an mit Fachstellen, Projekten und Angeboten, die unsere Tätigkeit ergänzen und fortführen.

Wir ergreifen nicht Partei für die junge Frau oder für die Eltern, sondern versuchen jede Sichtweise zu verstehen und zu respektieren. Es ist unsere Aufgabe zu helfen, im Umgang miteinander Wege kennen zu lernen, die mehr Entwicklung und weniger Leid bedeuten.